Positionen

An dieser Stelle dokumentieren wir Stellungnahmen von VÖBAS zu bildungs- bzw. fachpolitischen Fragen in chronologischer Reihenfolge

 

Stellungnahme des VÖBAS-Vorstands vom 17.11.2017 zur Anhörfassung des Kerncurriculums Politik-Wirtschaft für die gymnasiale Oberstufe in Niedersachsen
Den vollen Wortlaut der Stellungnahme finden Sie hier.

Stellungnahme des VÖBAS e.V. zu dem Plan der CDU/FDP-Koalition in NRW, flächendeckend ein Fach Wirtschaft einzuführen (22.6.2017)

Den vollen Wortlaut der Stellungnahme finden Sie hier.

Stellungnahme des VÖBAS e.V. vom 30.01.2017 zum Kernlehrplan des Wahlpflichtfachs Politik/Ökonomische Grundbildung für die Realschule in NRW

Den vollen Wortlaut der Stellungnahme finden Sie hier.

Zerrbilder statt kritischer Auseinandersetzung. Erklärung des erweiterten VÖBAS-Vorstands vom 22.01.2017 zur Polemik gegen die ökonomische Bildung in "Erziehung und Wissenschaft" 12/2016

Den vollen Wortlaut der Stellungnahme finden Sie hier.

Stellungnahme des VÖBAS e.V. vom 26.11.2016 zur nordrhein-westfälischen Rahmenvorgabe „Verbraucherbildung in Schule – Primarstufe und Sekundarstufe I“

Den vollen Wortlaut der Stellungnahme finden Sie hier.

Stellungnahme des VÖBAS e.V. zur „Vorläufigen Arbeitsfassung des Musterkonzepts zur Berufs- und Studienorientierung“ vom 30.08.2016

Den vollen Wortlaut der Stellungnahme finden Sie hier.

Stellungnahme des VÖBAS e.V. vom 4.3.2016 zu den Anhörungsfassungen der Verordnungen über die gymnasiale Oberstufe und über die Abschlüsse in der gymnasialen Oberstufe in Niedersachen

Den vollen Wortlaut der Stellungnahme finden Sie hier.

Bildungsplan für das Fach Wirtschaft an baden-württembergischen Schulen (Oktober 2015)

Die vollständige Stellungnahme des VÖBAS-Vorstands finden Sie hier.

Berufsorientierung an allgemein bildenden Schulen des Landes Niedersachsen (Juni 2015)

Die Erklärung des erweiterten Vorstands können Sie hier nachlesen.

Anhörfassung des niedersächsischen Kerncurriculums Politik-Wirtschaft für die Schuljahrgänge 8 - 10 des Gymnasiums vom März 2015

Die Stellungnahme des geschäftsführenden VÖBAS-Vorstands finden Sie hier.

Zu wenig Ökonomie im niedersächsischen Zentralabitur 2014 - VÖBAS nimmt zu den Zentralabituraufgaben für das Fach Politik-Wirtschaft Stellung
Eine Kurzfassung der Erklärung können Sie hier nachlesen.

Die Benachteiligung des politisch-ökonomischen Unterrichts überwinden! Erklärung des VÖBAS e.V. zur Stellung des Fachs Politik-Wirtschaft im neunjährigen Gymnasium (März 2014)

Den vollen Wortlaut der Erklärung können Sie hier nachlesen

Stellungnahme der VÖBAS-Mitgliederversammlung vom 21.3.2014 zum Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12.3.2013 zur „Verbraucherbildung an Schulen“

Den vollen Wortlaut der Stellungnahme können Sie hier nachlesen.

VÖBAS nimmt zur Arbeitsfassung des niedersächsischen Kerncurriculums Politik-Wirtschaft für die Schuljahrgänge 8 - 10 des Gymnasiums Stellung (29.9.2013)

Eine Kommission des niedersächsischen Kultusministeriums hat eine „Weiterentwicklung“ des KC Politik-Wirtschaft für die Schuljahrgänge 8 – 10 des Gymnasiums erarbeitet. VÖBAS hat in einer umfangreichen Stellungnahme wesentliche Entscheidungen der Kommission ausdrücklich begrüßt: erstens die grundsätzliche Eigenständigkeit und Gleichrangigkeit von politischer und ökonomischer Bildung, zweitens den Versuch, mit den drei Basiskonzepten „Anreize und Motive“, „Interaktionen und Entscheidungen“ sowie „Ordnungen und Systeme“ einen gemeinsamen Kern des Bereichs Politik-Wirtschaft“ zu definieren, drittens die Auswahl der Themenfelder, die sich grundsätzlich am Mehrebenensystem der Politik sowie an den zentralen ökonomischen Akteuren orientiert, viertens das Festhalten an den drei Kompetenzbereichen (Sach-, Methoden- und Urteilskompetenz). Kritisiert  werden  die mangelnde Konkretisierung der fachlichen und methodischen Kompetenzen sowie die verfrühte Adaption und teilweise widersprüchliche Umsetzung des Konzepts der sogenannten „Fachkonzepte“. Vollständiges Dokument: Stellungnahme zur Anhörfassung des KC PoWi 8 - 10 Nds.pdf

Unterstützung des Modellversuchs Wirtschaft an Realschulen in NRW (Beschluss der VÖBAS-Mitgliederversammlung am 8.3.2013)
„Der Verband Ökonomische Bildung an allgemein bildenden Schulen e.V. unterstützt die Forderung der Initiative Wirtschaft in der Schule und das Engagement der nordrheinwestfälischen Kolleginnen und Kollegen, allen Realschulen im Lande Nordrhein-Westfalen, die dies wollen, die Möglichkeit zu erhalten bzw. zu eröffnen, die ökonomische Bildung ihrer Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Kern- oder eines Wahlpflichtfachs Wirtschaft zu fördern“. (Vgl. das Memorandum der Initiative Wirtschaft in der Schule, das Sie hier herunterladen können.)

Stärkung der ökonomischen Bildung in Bremen (Entschließung der VÖBAS-Mitgliederversammlung am 8.3.2013)
„VÖBAS e.V. setzt sich zum einen für die Erhaltung der vorhandenen Wahlplicht- und Wahlangebote in Bremen, die eine vertiefte ökonomische Bildung ermöglichen, ein, zum anderen für die Sicherung einer ökonomischen Grundbildung für alle Schülerinnen und Schüler im Lande Bremen.“

Fachberatung Wirtschaftslehre (Entschließung der VÖBAS-Mitgliederversammlung am 8.3.2013)
„Der VÖBAS e.V. erneuert auch gegenüber der neuen Regierung ihre schon auf der Mitgliederversammlung am 16.3.2012 erhobene Forderung, dass die zur Qualitätssicherung und Vergleichbarkeit im Fach Wirtschaftslehre unerlässliche fachliche Kontrolle und Rückmeldung, insbesondere im Hinblick auf die dezentrale Aufgabenstellung in der schriftlichen Abiturprüfung, nur durch eine Fachberaterin bzw. einen Fachberater wahrgenommen werden kann, die oder der über eine einschlägige Fakultas im Fach Wirtschaft verfügt.“

Zu wenig Wirtschaft in den niedersächsischen Abituraufgaben Politik-Wirtschaft (Stellungnahme des VÖBAS-Vorstands vom 1.9.2012)
„In einer Stellungnahme vom 1.9.2012 weist der VÖBAS-Vorstand daraufhin, dass die Vorgabe des MK, in den Aufgabenstellungen des Zentralabiturs für das Fach Politik-Wirtschaft „politische und ökonomische Aspekte ausgewogen und fachlich angemessen“ zu berücksichtigen, in den Aufgabenstellungen im Zentralabitur 2012 zwar für den Kurs auf erhöhtem Niveau, nicht aber für den Kurs auf grundlegendem Niveau umgesetzt worden ist. VÖBAS fordert daher für das Zentralabitur 2013, dass jeweils eine der beiden Aufgabenvorschläge hinsichtlich Thema, Material und Aufgabenstellungen einen erkennbaren ökonomischen Schwerpunkt hat.“

Weiterentwicklung des niedersächsischen Kerncurriculums Politik-Wirtschaft (Resolution der VÖBAS-Mitgliederversammlung vom 16.3.2012)
„Der Verband Ökonomische Bildung an allgemein bildenden Schulen e.V. fordert im Hinblick auf die anstehende „Weiterentwicklung des Kerncurriculums Politik-Wirtschaft für die Schuljahrgänge 8 bis 10 des Gymnasiums

  • einen gleichgewichtigen Anteil ökonomischer Themen, insbesondere aber die Beibehaltung der Themen „Wirtschaftliches Handeln im privaten Haushalt“, „Das Unternehmen als wirtschaftliches und soziales Aktionszentrum“, „Funktionen des Staates in der sozialen Marktwirtschaft“ (unter Einbeziehung der europäischen Ebene),
  • einen gleichgewichtigen Anteil ökonomischer Erkenntnisweisen bzw. fachspezifischer Methoden, darunter insbesondere das ökonomische Verhaltensmodell als Deutungsmöglichkeit wirtschaftlichen Verhaltens, das Marktmodell als Instrument zur Analyse von Interaktionen auf Märkten und das Kreislaufmodell als Strukturierungshilfe und heuristisches Instrument für die Erkenntnis von ökonomischen Zusammenhängen und Interdependenzen.

Mehrperspektivität setzt den Aufbau von Perspektiven, Interdisziplinarität die Einführung in disziplinäre Zugänge voraus. Nur wenn ökonomische und politische Perspektiven und fachspezifische Methoden in der Sekundarstufe I ausgehend von Alltagserfahrungen schrittweise und kontinuierlich angebahnt und angewandt werden, kann es gelingen, in der gymnasialen Oberstufe das Zielniveau eines wissenschaftspropädeutischen Politik-Wirtschaft-Unterricht zu erreichen.“

Lehrerfortbildung in Niedersachsen (Resolution der VÖBAS-Mitgliederversammlung vom 16.3.2012)
 „Die Implementierung der Profilbildung Wirtschaft an den Real- bzw. Oberschulen sowie der Kerncurricula Politik-Wirtschaft an den Gymnasien macht noch über einen längeren Zeitraum Maßnahmen der Lehrerfortbildung notwendig, da an den Real- bzw. Oberschulen häufig fachlich ausgebildete Lehrkräfte fehlen und die Lehrkräfte im Fach Politik-Wirtschaft oft noch Ausbildungsdefizite im Bereich Wirtschaft aufweisen. Die neuen Kompetenzzentren an den niedersächsischen Hochschulen können diese Aufgabe nur zum Teil erfüllen, da nicht alle Hochschulen  für die entsprechenden Lehrämter ausbilden. Der Verband Ökonomische Bildung an allgemein bildenden Schulen e.V. fordert daher neben den dezentralen auch zentrale Angebote, um im gesamten Land Niedersachsen gleiche Realisierungschancen für die Implementierung der ökonomischen Bildung zu gewährleisten.“

Resolution zur Lehrerbildung für das Fach Politik-Wirtschaft (Beschluss der Mitgliederversammlung des VÖBAS e.V. vom 20.3.2009)
Die niedersächsischen Kerncurricula für die Schuljahrgänge 8 bis 10 sowie für die gymnasiale Oberstufe sehen eine gleichgewichtige Verteilung politischer und ökonomischer Themen und Inhalte vor. Ihre angemessene unterrichtliche Realisierung erfordert Lehrkräfte, die in beiden Domänen des Wissens kompetent sind. Das Land Niedersachsen hat deshalb für die bereits im Fach Politik-Wirtschaft aktiven Lehrkräfte ein umfangreiches Fortbildungsprogramm eingerichtet und für die Qualifizierung der künftigen Lehrkräfte mit der Masterverordnung vom 8.11.2007 verbindliche Standards festgesetzt, die annähernd gleiche Studienanteile in den Bereichen Politik und Ökonomie vorsehen.
Die bisherige Umsetzung dieser Standards für das Fach Politik-Wirtschaft durch die niedersächsischen Universitäten wird Intention und Inhalt der Verordnung nicht gerecht. So finden sich im Studiengang Master of Education (Gymnasium) für das Fach Sozialwissenschaften, Unterrichtsfach Politik-Wirtschaft, an der Universität Oldenburg zwar 2 im Bereich der VWL angesiedelte Pflichtmodule zur Makroökonomie und/oder zum In-ternational Sustainability Management, die aber durch das vorgängige BA-Studium nicht vorbereitet werden und daher die Studierenden überfordern. Die von der Verordnung geforderten und für das spätere unterrichtliche Handeln im Fach Politik-Wirtschaft höchst relevanten Inhalte Privater Haushalt und Konsumentenverhalten, Unternehmen, Wirtschaftspolitik, Wirtschaftsordnung und internationale Wirtschaftsbeziehungen bleiben hingegen unberücksichtigt.
Auf ein Gutachten gestützt, das die gravierende Diskrepanz zwischen Anspruch der Masterverordnung und Umsetzung im Studiengang verschweigt bzw. beschönigt, hat das niedersächsische Kultusministerium der Akkreditierung des Studiengangs Master of Education (Gymnasium) für das Fach Sozialwissenschaften, Unterrichtsfach Politik-Wirtschaft, an der Universität Oldenburg zugestimmt. Der zuständige Beamte im Kultusministerium hat im Gespräch mit Vertretern des VÖBAS e.V. am 28.10.2008 zugegeben, man habe den Hochschulen bei der Akkreditierung der Masterstudienordnungen aufgrund des erheblichen Zeitdrucks notgedrungen einen Vertrauensvorschuss geben müssen.
Die Mitgliederversammlung des VÖBAS e.V. fordert das niedersächsische Kultusministerium auf, es möge

  1. die Zustimmung zur Akkreditierung des Studiengangs Master of Education (Gymnasium) für das Fach Sozialwissenschaften, Unterrichtsfach Politik-Wirtschaft, an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zurücknehmen,
  2. darauf hinwirken, dass unter aktiver Mitwirkung des Arbeitsbereichs Ökonomische Bildung in der Fakultät II an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg schnellstmöglich ein Bachelor-/Master-Studiengang erarbeitet wird, dessen Abschlussprofil die Anforderungen der Masterverordnung für das gymnasiale Lehramt Politik-Wirtschaft adäquat abbildet, also zu gleichen Anteilen politische und ökonomische Inhalte enthält,
  3. bei der erneuten Akkreditierung für eine ausgewogene Begutachtung Sorge tragen,
  4. auch die Masterstudiengänge Politik-Wirtschaft der anderen niedersächsischen Hochschulen auf ihre Übereinstimmung mit den Vorgaben der Verordnung überprüfen und gegebenenfalls entsprechende Nachbesserungen verlangen.“

Protokoll über ein Gespräch zu Fragen der ökonomischen Bildung im niedersächsischen Kultusministerium am 28.10.2008
Am 28.10.2008 führten Vertreter von VÖBAS im niedersächsischen Kultusministerium ein Gespräch über das Fach Wirtschaftslehre sowie über die Implementierung des Kerncurriculums und der Masterverordnung Politik-Wirtschaft. Die wichtigsten Gesprächsergebnisse:

  1. MK und VÖBAS stimmen darin überein, dass die für das Fach Wirtschaftslehre ausgebildeten Lehrkräfte ihre ökonomischen Kompetenzen in das Fach Politik-Wirtschaft einbringen sollen, und zwar zum einen im Unterricht von der 8. Klasse bis zum Abitur und zum anderen im Rahmen von „Multiplikatorentandems“ für Politik-Wirtschaft. Soweit sie über keine politikwissenschaftliche und politikdidaktische Ausbildung verfügen, soll ihnen ein Fortbildungsangebot zu zentralen Themen der politischen Bildung gemacht werden.
  2. MK und VÖBAS stimmen grundsätzlich darin überein, dass die Implementation der ökonomischen Anteile im Fach Politik-Wirtschaft entscheidend von den entsprechenden Qualifikationen der Lehrkräfte abhängt. Zur Qualifizierung der Lehrkräfte wurden folgende Maßnahmen erörtert:
    • Weiterführung der einjährigen internetgestützten Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte, die das Fach Politik-Wirtschaft unterrichten,
    • Durchführung einer zweijährigen internetgestützten Weiterbildungsmaßnahme Politik-Wirtschaft, die sich vornehmlich an Fachleiter, Fachberater und Multiplikatoren richtet, aber auch sonstigen interessierten Lehrkräften offen steht,
    • Einrichtung einer einjährigen internetgestützten Qualifizierungsmaßnahme für alle Referendarinnen und Referendare, welche aus ihrem Studium keine hinreichenden Kenntnisse aus dem Bereich der ökonomischen Bildung mitbringen.
    • Ausarbeitung eines Fortbildungscurriculums Politik-Wirtschaft, wofür VÖBAS seine Unterstützung zugesagt hat.
    Dissens besteht allerdings hinsichtlich der Verbindlichkeit der genannten Maßnahmen. Während die MK-Vertreter für Freiwilligkeit plädierten, traten die VÖBAS-Vertreter für mehr Obligatorik ein. Zumindest für Fachleiter, Fachberater und Multiplikatoren, Fachobleute und Referendare sollen aus Sicht von VÖBAS solche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen obligatorisch sein – allerdings bei entsprechenden Anrechnungsstunden. Das geht freilich nicht ohne zusätzliche finanzielle Mittel, die wir zusammen mit anderen Verbänden gegenüber der Politik anmahnen müssen.
  3. Die VÖBAS-Vertreter beklagten die völlig unzulängliche Umsetzung der inhaltlichen Vorgaben der Master-Verordnung in den Studiengängen niedersächsischer Hochschulen für das Fach Politik-Wirtschaft und äußerten ihre Verwunderung, dass das niedersächsische Kultusministerium die Akkreditierung des Masterstudiengangs Sozialwissenschaften an der Universität Oldenburg mit nur geringen Auflagen befürwortet hat, obwohl dieser die sehr klaren Vorgaben der Verordnung weitgehend ignoriert.“

Wirtschaftslehre als gesellschaftswissenschaftliches Schwerpunktfach an niedersächsischen Gymnasien (Resolution der VÖBAS-Mitgliederversammlung vom 4.4.2008)
„Bei einer Neufassung der niedersächsischen Verordnung über die gymnasiale Oberstufe muss Wirtschaftslehre unter den gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunktfächern aufgeführt werden. Begründung:

  1. Da im Kerncurriculum für das Fach Politik-Wirtschaft in den Jahrgangsstufen 11 und 12 der Schwerpunkt wie bisher nur auf der wirtschaftspolitischen Bildung liegt, kann von einer wirtschaftlichen Allgemeinbildung auch nur mit Einschränkung gesprochen werden. Vernachlässigt wird neben der Auseinandersetzung mit dem Themenbereich Betrieb insbesondere die finanzielle Allgemeinbildung, die im Sinne einer zeitgemäßen Verbrauchererziehung unabdingbar ist.
  2. Nicht nachvollziehbar ist angesichts der erheblichen finanziellen Anstrengungen des Landes Niedersachsen für die Qualifizierung von Gymnasiallehrern für das Fach Wirtschaftslehre, warum die rund 130 bisher ausgebildeten Kollegen jetzt nicht die Chance erhalten, dieses Fach auch zu unterrichten, zumal Wirtschaftslehre bei Schülern und Eltern eine hohe Reputation besitzt. Diesen ist schon seit langem die Bedeutung ökonomischer Bildung als geistige Ressource für ihr gegenwärtiges und zukünftiges Leben bewusst, was sich auch in dem beachtlichen Interesse an dem Wahlfach Wirtschaftslehre ausdrückt.“

Einsatz von Lehrkräften des Faches Wirtschaftslehre im Politik-Wirtschaft-Unterricht (Resolution der VÖBAS-Mitgliederversammlung vom 4.4.2008)
„Lehrkräfte mit einem Zertifikat Wirtschaftslehre oder einer Erweiterungsprüfung Wirtschaftslehre, die bisher nicht das Fach Politik unterrichtet haben, sind auch in Prüfungskursen des Faches Politik-Wirtschaft einzusetzen. Begründung:

  1. Es gibt einen erheblichen Bedarf an fachlicher und fachdidaktischer Kompetenz im ökonomischen Lernbereich des Faches Politik-Wirtschaft. Der Einsatz dieser Lehrkräfte, die nicht selten bereits ein weiteres Fach aus dem Aufgabenfeld B (z.B. Erdkunde) unterrichten, würde eine wertvolle Unterstützung der Fachgruppen Politik-Wirtschaft darstellen.
  2. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Lehrkräfte mit einer Lehrbefähigung Wirtschaftslehre das Fach Politik-Wirtschaft nicht als Prüfungsfach unterrichten dürfen, während fachfremde Lehrkräfte selbstverständlich diesen Unterricht erteilen können.“

Resolution zur Lehrerbildung im Lande Niedersachsen (Beschluss der VÖBAS-Mitgliederversammlung vom 9.11.2007)
„Die Ausweitung der ökonomischen Bildung im Rahmen des Faches Politik-Wirtschaft stellt erhebli¬che Anforderungen an die wirtschaftswissenschaftliche und wirtschaftsdidaktische Qualifikation der Lehrkräfte. Allerdings verfügen die aktuell das Fach Politik-Wirtschaft unterrichtenden Lehrer nur zum Teil über die erforderlichen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Kompetenzen im Bereich Wirtschaft: Zum einen sind zahlreiche Lehrer des Faches Politik-Wirtschaft aufgrund der Einstellungspolitik von Behörden und Schulleitungen keine ausgebildeten Politik-, sondern Geschichts- oder Erdkundelehrer, die – oft schon seit Jahren - fachfremd eingesetzt werden. Zum anderen hatte nur eine Minderheit der Politiklehrer in ihrem Studium oder im Rahmen von Weiterbildungsmaßnahmen die Gelegenheit, die fachlichen und didaktischen Voraussetzungen für einen anspruchsvollen Ökonomieunterricht zu erwerben.
Die in den Kerncurricula für das Fach Politik-Wirtschaft postulierten Kompetenzen und Standards für eine grundlegende ökonomische Bildung der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums werden mittel- bis langfristig nur zu erreichen sein, wenn
- unverzüglich mit dem Aufbau einer grundständigen Lehrerbildung für das Fach Politik-Wirtschaft begonnen wird,
- die Fort- und Weiterbildungsaktivitäten in diesem Bereich verstärkt werden und
- noch ungenutzte Personalreserven mobilisiert werden.
Wir fordern daher im Einzelnen:

  1. Bis zum Wintersemester 2008/09 müssen Studiengänge für das Fach Politik-Wirtschaft eingerichtet werden, in denen
    a) politische und ökonomische Bildung gleichgewichtig zu studieren sind,
    b) die spezifischen Bedürfnisse und zeitlichen Ressourcen von Lehramtsstudenten berücksichtigt werden,
    c) auf fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Ebene eine Vernetzung zwischen Politik und Ökonomie erfolgt.
  2. Kurz- und mittelfristig lassen sich die Qualifikationsprobleme der im Fach Politik-Wirtschaft eingesetzten Lehrkräfte nur durch ein umfangreiches Fort- und Weiterbildungsprogramm beheben. Dazu sind notwendig
    a) die Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel für die Fortführung und quantitative Ausweitung der vom NiLS veranstalteten Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zur ökonomischen Bildung,
    b) die Verpflichtung aller niedersächsischen Gymnasien, bis zum Schuljahr 2010/11 dafür zu sorgen, dass mindestens zwei Lehrerinnen und Lehrer des Faches Politik/Wirtschaft über einschlägige Qualifikationen im Bereich der ökonomischen Bildung verfügen,
    c) eine angemessene zeitliche Entlastung der Lehrkräfte, die sich als Teilnehmer/innen oder als Ausbilder/innen an derartigen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen beteiligen,
    d) die Berücksichtigung von Fort- und Weiterbildungsanstrengungen bei der Bewerbung auf Beförderungsstellen,
    e) die Einbeziehung von Referendarinnen und Referendaren in die Fort- und Weiterbildungskurse, solange es noch keine grundständige Lehrerbildung für das Fach Politik-Wirtschaft gibt.
  3. In der Phase des Übergangs sollen Lehrkräfte mit einem Zertifikat Wirtschaftslehre, einer Erweiterungsprüfung Wirtschaftslehre oder einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium, die bisher nicht das Fach Politik unterrichtet haben, im Fach Politik-Wirtschaft eingesetzt werden können. Ih¬nen ist durch ein spezielles Fort- und Weiterbildungsprogramm des NiLS die Chance zu eröffnen, sich die notwendigen fachlichen und didaktischen Grundlagen der politischen Bildung anzueignen.