Anhörfassung des KC Gesellschaftslehre für die IGS Niedersachsen

Mittwoch, Juni 26, 2019

Das Unterrichtsfach Gesellschaftslehre an den niedersächsischen Gesamtschulen integriert bisher die Fächer Erdkunde, Geschichte und Politik. Die vorliegende Anhörfassung übernimmt an Stelle von „Politik“ nicht nur die neue Fachbezeichnung „Politik-Wirtschaft“, sondern auch zusätzliche Inhalte aus dem Lernbereich Wirtschaft. Aus der Perspektive des VÖBAS e.V. wirft die Neufassung des Kerncurriculums eine Reihe von Fragen auf. Der VÖBAS-Vorstand betont in seiner Stellungnahme u.a. folgende Punkte:

  1. Die Integration einer weiteren Disziplin in das Unterrichtsfach Gesellschaftslehre verschärft das Problem aller Integrationsfächer, dass die unterrichtenden Lehrkräfte nur selten in mehr als einer Bezugswissenschaft ausgebildet sind.
  2. Die Aufnahme zusätzlicher wirtschaftsbezogener Inhalte in ein inhaltlich ohnehin schon überfrachtetes Curriculum begünstigt das eher oberflächliche Abarbeiten der curricularen Vorgaben und unterläuft somit den Anspruch „inhaltlicher Tiefe“.
  3. Die bewährte Arbeitsteilung zwischen dem Fachbereich Arbeit-Wirtschaft-Technik mit Wirtschaft als Leitfach der ökonomischen Bildung und der Berufsorientierung einerseits und dem Fach Gesellschaftslehre als Leitfach der politisch-historisch-geographischen Bildung andererseits sollte unbedingt beibehalten werden.
  4. Da die ökonomische Bildung an der Integrierten Gesamtschule bereits im Fachbereich AWT institutionalisiert ist, können die wirtschaftsbezogenen Themen des Faches Politik-Wirtschaft im Fach Gesellschaftslehre weitgehend entfallen.
  5. Das Fach Politik-Wirtschaft in der gymnasialen Oberstufe kann sowohl auf die politischen Kompetenzen aus dem Unterrichtsfach Gesellschaftslehre als auch auf die ökonomischen Kompetenzen aus dem Teilbereich Wirtschaft des Fachbereichs AWT zurückgreifen; die Anschlussfähigkeit ist dadurch hinreichend gesichert.
  6. Wenn das KC Gesellschaftslehre nicht die noch ausstehende Novellierung des Kerncurriculums AWT präjudizieren soll, muss mit seiner Inkraftsetzung bis zu der unbedingt notwendigen inhaltlichen Feinabstimmung der beiden Kerncurricula gewartet werden.

Die vollständige Stellungnahme finden Sie auf dieser Seite in der Rubrik  „Positionen“.